Meine Gedanken sind frei. Und nicht alles, was ich denke, sollte ausgesprochen werden.

In meinem Kopf gibt es ein magisches Reich, in dem alles erlaubt ist. Dort darf ich nicht nur die größten Freudensprünge machen, mir das Gesicht mit violettem Filzstift anmalen und meine Geschichten ins Hier und Jetzt träumen, dort ist auch Platz für all das, bei dem ich mir nicht einmal sicher bin, ob es okay ist, es zu denken. In meinem Kopf darf ich mir das Maul über andere zerreißen und Sachen sagen, die ich in Realität nie sagen würde. Ich darf jammern und mich schlecht fühlen und sogar argumentieren, inwiefern das alles mit dem miesepetrigen Gesicht meines Nachbarn zusammenhängt.

Doch dieses magische Reich ist nur in meinem Kopf. Dort sind meine Gedanken sicher, auch die ganz dunklen. Ich werde sie nicht aussprechen, wenn ich es irgendwie schaffe, mich davon abzuhalten.
Nicht, weil ich es mich nicht traue.
Oder weil ich versuche, irgendwelchen moralischen Standards gerecht zu werden.
Auch nicht aus Angst, damit die Wellen des Karmas nicht über mir zusammenschlagen.

Es hat einen ganz praktischen Grund: Es bringt nichts.
Einfach unreflektiert alles zu sagen, was ich gerade sagen möchte, weil ich stinksauer bin, führt selten zu einer Lösung. Meistens sage ich nämlich Dinge, die ich gar nicht so meine oder die zumindest so blöd formuliert sind, dass der andere gar nicht anders kann als sie in den falschen Hals zu kriegen. Wenn ich getriggert bin, will ich häufig gar keine Lösung, sondern ich will nur, dass der andere mindestens genauso doll leidet wie ich.

Sind die Sachen deshalb so falsch, dass ich mich dafür schämen muss, wenn ich sie denke? Nein. Sie sind meine Realität in diesem Moment. Ich habe jedes Recht der Welt, sie zu denken. Muss ich sie deshalb sagen? Eigentlich nicht. Manchmal ist es tausendmal klüger, eine Situation zu verlassen, wenn man selbst genau spürt, dass man nur noch Dinge zu sagen hat, die nicht hilfreich sind.

Wir müssen uns nicht immer durchbeißen. Manchmal liegt die Lösung im Durchatmen. Oder gehen.

Wenn du dir selbst vertraust und sehr klar in deinem Inneren bist, wird das übrigens deutlich leichter. Wenn du dich gerne 3 Monate lang von mir durch deinen Prozess begleiten lassen willst, schreib mir.

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