Das Mutigste, was ich je in meinem Leben getan habe, ist, mich auszuruhen.

Wow, das ist für mich die Erkenntnis des Tages. Ich fühle mich gerade mir selbst sehr nah, obwohl ich Schmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten wegen Migräne habe.

Ich bin mutig.
Ich bin mutig, wenn ich nichts tue.
Das fühlt sich soooo gut an.

Dieser Tag mit Migräne war für mich sehr erkenntnisreich. Früher hatte ich mindestens einmal im Monat Migräne, mittlerweile ist sie sehr selten geworden und tritt eigentlich nur noch auf, wenn ich auf einen Schlag so viel Input bekomme, dass mein System komplett überfordert ist.

Das Arschloch in meinem Kopf liebt die Migräne. Es gibt kaum eine Situation wo es schwieriger ist, die fiese innere Stimme abzustellen, die mir erzählt, warum ich ja so doof bin, weil ich das gekriegt habe, wieso ich mich jetzt nicht ausruhen kann und dass ich bitteschön schnell einen Weg finden muss, wieder fit zu werden. Was im Grunde schon lächerlich an sich ist, denn ich weiß aus Erfahrung, dass meine Migräne genau 2,5 Tag dauert, egal, ob ich was dagegen unternehme oder nicht.

Dieses Mal habe ich es auf einer viel tieferen Ebene geschafft, bei mir zu bleiben, bei dem Schmerz zu bleiben, mich in dem Schmerz zu halten. Das heißt nicht, dass das Arschloch in meinem Kopf die Klappe hält. Es versucht es so alle 5 Minuten, wobei es langsam ein bisschen lächerlich wirkt, weil ihm die Tricks ausgehen und es sich ständig wiederholt. 😉

Wow, wie wäre es, wenn wir grundsätzlich anfangen würden, unsere ‘Schwäche’ (ich mag es eigentlich gar nicht so nennen) zu ehren und anzuerkennen, wie verdammt mutig wir sind, wenn wir die Dunkelheit, den Schmerz, die Überforderung, die Leere, die Ebbe nicht von uns stoßen.

Das Mutigste, was ich je getan habe, ist, mich auszuruhen.

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