Ungeliebte Aufgaben

Hui, ein interessanter Tag heute…
Eine der Sachen, bei denen ich immer noch sozusagen am Üben bin, ist das Erledigen von ungeliebten Aufgaben. Also den RICHTIG ungeliebten.

Bei mir sind das zum Beispiel Abrechnungen, Finanzamt, Ärztebesuche etc. BÄÄÄÄÄH 😅

Heute war es dann mal wieder soweit und ich dachte, ich schreibe mal ein bisschen darüber, wie ich meinen Umgang damit gefunden habe.

Mir fällt immer wieder auf, dass, wenn es um solche Aufgaben geht, zwei sehr unterschiedliche Auffassungen aufeinanderprallen. Einerseits ein ‘Das Leben ist kein Ponyhof, nimm einfach die Peitsche und prügel dich da durch! Und bloß kein Jammern!’ und andererseits eine Auffassung von ‘Folge nur der Freude’. Ich brauche wohl nicht extra zu erwähnen, dass ich beides sehr einseitig finde.

Nach der ‘Augen zu und durch’- Auffassung habe ich viele Jahre lang gelebt. Und es stimmt, dass man damit viele Sachen irgendwie erledigt kriegt. Aber schön war es nicht. Was mir an dieser Art zu leben nicht gefällt, ist, dass man sich selbst ständig beschämen und beschuldigen muss, um auf Kurs zu bleiben. Das ist nicht nur unschön, sondern es erfordert auch eine unglaubliche Kraft, diese Art der Motivation aufrecht zu erhalten.

‘Folge der Freude’ kann ich bei 90-95 Prozent der Aufgaben durchaus anwenden. Bleiben die restlichen 5 Prozent, die mich unerledigt piesacken und ausgerechnet die sind häufig sehr wichtig. Ganz ehrlich, würde ich nur der Freude folgen, würde das Finanzamt nie eine Jahresabrechnung von mir sehen. 😜

Es gibt aber noch einen weiteren Weg, mit solchen ungeliebten Aufgaben umzugehen. Das ist meiner:

Erstens unterscheide ich erst einmal zwischen Aufgaben, die wirklich erledigt werden müssen, weil mein Wohlbefinden entscheidend davon abhängt (Zum Beispiel meine Finanzen organisieren, damit ich nicht ins vollkommene Chaos stürze…) und Aufgaben, die ich glaube tun zu ‘müssen’, weil es mir einmal anerzogen wurde und ich es nie hinterfragt habe. Und dann gibt es auch noch die Aufgaben, die zwar erledigt werden müssen, aber nicht unbedingt heute.

Damit wird der Wald schon lichter.

Mit den Aufgaben, die nun wirklich gemacht werden müssen, tauche ich tief in meine eigene Fürsorge ein. Ich gebe meiner Unlust und meiner Ablehnung Raum und erkenne sie als berechtigte Gefühle an. Gleichzeitig tauche ich noch tiefer, irgendwo dort ist eine sehr liebevolle Klarheit, die möchte, dass diese Dinge erledigt werden. Weil es wichtig ist für mein Wohlbefinden. Und aus dieser Klarheit erwächst eine viel natürlichere Motivation, als wenn ich mich selbst mit der Peitsche vorantreibe.
Ich arbeite dann für mich, nicht gegen mich.

Wenn du dir nicht sicher bist, aus welcher Motivation heraus du arbeitest, spüre deine Gefühle, die zeigen dir schon den Weg. Fürsorge fühlt sich weich und sanft und voller Liebe an, selbst wenn du gerade keine wirkliche Lust hast.

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